Sehnt ihr euch nach einem Abenteuer, dem Gefühl von Freiheit und Natur pur? Falls ja, solltet ihr es mal mit einem Microadventure probieren – denn das ermöglicht nicht nur eine kleine Auszeit vom Alltag, es lehrt uns auch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Warum das wichtig ist? Erst wenn wir loslassen, entdecken wir all die Dinge wieder, die uns schon in unserer Kindheit glücklich gemacht haben: barfuß im warmen Sommerregen tanzen, durch Pfützen springen, ein Lagerfeuer machen, Tagträumen.  Man ist nie zu alt, um jung zu sein. Hier kommen meine Tipps für unvergessliche Microadventures – vom Baumzelt oder Hausboot bis hin zum Bauwagen.

Was ist das überhaupt, so ein Microadventure? Der britische Abenteurer, Redner und Autor Alastair Humphreys gilt als Namensgeber dieses Reisetrends, der mittlerweile auch in Deutschland angekommen ist. Humphreys wurde unter anderem dadurch bekannt, dass er mit dem Rad die Welt umrundete und über den Atlantik gerudert ist. 2012 wurde er von National Geographic zum Abenteurer des Jahres gekürt. Doch Humphreys war es wichtig zu zeigen, dass man auch in seiner Umgebung tolle Abenteuer erleben kann: beim Campen im eigenen Garten oder bei einer Winterwanderung durch die Stadt. Seine schönsten Mikroabenteuer hat er im Buch Microadventures: Local Discoveries for Great Escapes festgehalten, das zum Bestseller wurde.

Und da ich mit meinem Reiseblog immer auch zeigen möchte, dass man nicht weit reisen muss, um etwas Besonderes zu erleben, kommen hier meine persönlichen Tipps für euer Microadventure in Deutschland, der Fokus liegt dabei auf dem Thema „ungewöhnlich übernachten“:

Microadventure-Tipp 1: Hausboot

 Beim Ruhrgebiet denke ich immer noch schnell an Kohle, Ruß, Staub, Dreck und verschmutzte Gewässer. Geschuldet ist das sicher meinem Erdkundeunterricht in der Schule, der (zugegebenermaßen) lange her ist.  Umso überraschter war ich von dem Naturparadies, als das sich mir die Ruhr bei der Tour mit dem Hausboot präsentierte.

Am Mülheimer Hafen wurde uns bei der Grünen Flotte ein Hausboot namens Chantal ausgehändigt. Wir bekamen eine kurze Einweisung, das war auch gut so, denn man braucht keinen Bootsführerschein für die sogenanten Escargots (französisch für »Schnecke«) und ich hatte bisher keinerlei Ahnung davon, welche Regeln es zu Wasser so gibt. Geschweige denn, dass ich jemals eine Schleuse passiert hätte. Das Abenteuer konnte beginnen. Wenn ihr wissen möchtet, was ich bei meiner Tour mit dem Hausboot noch so erlebt habe, findet ihr meinen Artikel hier: Naturwunder Ruhr: Unterwegs mit einem Hausboot der Grünen Flotte.

Microadventure-Tipp 2: Bauwagen

Viele Trends kommen aus den USA, so auch der der Tiny Houses. Die Minihäuser werden hierzulande immer beliebter, sie stehen für Umweltbewusstsein und eine Reduktion auf das Wesentliche. Im Wildwald Vosswinkel im Sauerland kann man in einem ausgebauten Bauwagen übernachten, der sogar einen Holzofen hat. Mein Wochenendausflugstipp für Familien, Pärchen und alle, die einfach mal Ruhe suchen. Hier, mitten im Wald, werden sie sie finden. Wenn ihr mehr über mein kleines Abenteuer im Grünen lesen wollt, findet ihr den Beitrag hier: Tiny Houses: Eine romantische Nacht im Bauwagen im Wildwald Vosswinkel.

Doch das ist nicht die einzige Erfahrung, die ich beim Übernachten in einem Bauwagen sammeln durfte, auch im urbanen Umfeld ist das möglich, z.B. in Essen: Ich habe etwas übrig für alte, bunte Bauwagen. Das Ruhrcamping hatte ich auf Instagram entdeckt und wollte sofort hin. Die Lage – mitten im Grünen und direkt an der Ruhr – ist einfach traumhaft. Perfekt für Pärchen und alle, die Ruhe und Erholung suchen. Die acht Bauwagen sind nach Essener Stadtteilen benannt und übrigens so beliebt, dass man mit dem Buchen schnell sein sollte.

Wenn ihr wissen möchtet, wie es mir dort gefallen hat, und was man in Essen sonst noch so erleben kann, findet ihr meinen Beitrag hier: Von Grau zu Grün: acht Gründe, warum ihr unbedingt mal nach Essen fahren solltet.

Microadventure-Tipp 3: Baumzelt

Träumen unter Bäumen – das klang für mich als Wald-Fan schon immer extrem verlockend. Mitten im Wald des Naturparks Solling-Vogler laden zwei Baumzelte zum Schlafen ein. Ich habe mich für eine Nacht in das Outdoor-Abenteuer begeben. Und das war wunderschön und gruselig zugleich.

An den Baumhäusern entlang, immer tiefer in den Wald hinein und den Berg hinauf,  hing es auf einmal vor uns: das Baumzelt. Unter ihm stand eine große Metallkiste und eine grüne Treppe, das wars. Mit dem Schlüssel, den wir an der Rezeption bekommen hatten, öffneten wir die geheimnisvolle Kiste und fanden allerlei Nützliches vor, z.B. Taschenlampen, Haferriegel, Wasser, Säfte, Bier, eine Makita-Kaffeemaschine und zwei Campingstühle mit einem Tisch. Das Abenteuer konnte beginnen. Meinen kompletten Erlebnisbericht gibts hier: Ich glaub‘ ich schlaf‘ im Wald: eine abenteuerliche Nacht im Baumzelt.

 

Tipps & Packliste für Microadventures

  1. Bei manchen der ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten kann es sinnvoll sein, einen Schlafsack und eine Decke oder Isomatte zum Drauflegen dabei zu haben, denn auch in den Sommermonaten kann es nachts im Wald recht schattig werden.
  2. Die kostenlose App »WarnWetter« des Deutschen Wetterdienstes gibt euch rechtzeitig Hinweise vor Gefahren.
  3. Nehmt euch eine Taschenlampe mit vollen Batterien mit, falls ihr nachts mal raus müsst, zum Beispiel LED Lenser P7.2 Taschenlampe Box.
  4. Wenn ihr abends ein wenig romantische Stimmung erzeugen möchtet, bieten sich aufblasbare, wasserdichte Solarlampen an, zum Beispiel LEDNut Lamp Solar Laterne aufblasbar Outdoor Indoor Camping Partylicht Taschenlampe Mehrfarbiges Licht. Offenes Feuer ist an den meisten Stellen verboten, vor allem im Wald.
  5. Vorher keine Gruselfilme schauen oder Thriller lesen, die im Wald spielen. Außer ihr habt starke Nerven.
  6. Wo Natur ist, sind oftmals leider auch leidige Begleiter wie Mücken oder Zecken. Es kann also nicht schaden, ein Spray dabeizuhaben, zum Beispiel Nobite Doppelpack Haut & Kleidung Anti-Moskito.
  7. Packt euch am besten etwas Lesestoff ein, falls das Wetter mal nicht mitspielt. Habt ihr Lust, den Zauber, die Freiheit und das Abenteuer des Draußenseins zu erleben?  Dann ist vielleicht Mein wildes Buch etwas für euch. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
    Empfehlen kann ich auch Im Wald: Kleine Fluchten für das ganze Jahr, dort erzählt der Angestellte und Familienvater Torbjørn Ekelun seinen Traum vom Ausstieg in die Natur. Monat für Monat zieht er eine Nacht in den Wald: ob zum Abschalten nach der Arbeit, zum Fliegenfischen mit Freunden oder zur Entdeckungstour mit seinem kleinen Sohn. Ein tolles, inspirierendes Buch.
    Falls ihr noch mehr Ideen sucht, welche Art der Mikroabenteuer man noch erleben kann, solltet ihr euch Mikroabenteuer: Raus und machen! Einfach gute Outdoor-Erlebnisse vor der Haustür. Ideen, Ausrüstung, Motivation nicht entgehen lassen, das der Motivationstrainer und bekannte Autor Christo Foerster geschrieben hat.

So, und nun wünsche ich euch viel Spaß bei eurem eigenen Microadventure! Berichtet mir doch gerne mal, wie es war!