Schon der Start unserer Tour im Rinjani-Nationalpark begann abenteuerlich. Mit Guides, die uns bitterböse anschauten, weil wir den Weg zu den Wasserfällen lieber allein gehen wollten und Eintrittspreisen, die sich auf mysteriöse Weise stark von denen am Eingang angegebenen unterschieden. Nach längeren Diskussionen machten wir unseren Weg dann letztendlich allein und was uns erwartete, war ein fantastisches Erlebnis. Es ging über Stock und Stein, durchs Wasser und über zerfallene Brücken ohne Geländer, die die perfekte Kulisse für einen Indiana Jones Film bieten würden. Und dann geriet man plötzlich in ehrfürchtiges Staunen, als direkt vor einem die Wassermassen des Sendang-Gile-Wasserfalls tosend in die Tiefe stürzen.
Wer es sich physisch zutraut, kann sich weiter durch den Dschungel kämpfen (hier ist die Hilfe eines erfahrenen Guides für den einen oder anderen sicher sehr sinnvoll). Der mühevolle Weg lohnt sich auf jeden Fall, denn auch der Tiu-Kelep-Wasserfall ist spektakulär. In seinem Pool kann man schwimmen – ein weiterer Lebenstraum, den ich mir erfüllen konnte. Eine Legende besagt, dass das Wasser des Tiu Kelep ein Jungbrunnen sei und man sich nach jedem Bad ein Jahr jünger fühle. Kein Wunder, dass der Andrang der Touristen immer größer wird. Für eine angenehme Atmosphäre sollte man also vielleicht nicht am Wochenende oder in der Hauptsaison hierher kommen.
Erst als die rote Sonne wie ein riesiger Feuerball auf die gelbe Steppe hinabsinkt, ist es soweit. Die Safari kann beginnen. Ich bin gespannt, was uns erwartet. Schon der Empfang im Nambiti Private Game Reserve war grandios, denn im Foyer des Restaurants erwartete uns ein südafrikanisches Buffet der Meisterklasse mit allerlei Köstlichkeiten und Rooibostee.
Die Kinder der Andante Independent School sagen »Danke«
»Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern«
Nelson Mandela
Aus großen staunenden Augen schauen sie mich an. »Airplane«, wiederhole ich und versuche, das Gesagte mit einer Geste, die ein aufsteigendes Flugzeug symbolisieren soll, zu unterstreichen. Einige der Kinder kichern, andere schauen mich an, als sei ich ein Alien.
Plötzlich taucht das Grau ihrer Rückenflossen im Türkis des Wassers auf. Ich kann es kaum fassen, dass nun der Moment gekommen ist, an dem es passiert, an dem ein lang gehegter Traum in Erfüllung geht. Ich sehe Delfine in freier Wildbahn. Es sind zwei ausgewachsene Tiere mit einem Baby, die scheinbar mühelos neben unserem Boot hergleiten und dabei auf- und abtauchen. An Board herrscht andächtige Stille, alle sind gebannt von diesem Schauspiel. Noch ein paar hundert Meter begleitet uns die Delfinherde, dann nimmt sie ihren eigenen Weg.
Doch nur kurze Zeit später erwartet uns die nächste Überraschung. »Look, manatí!«, ruft Chris, unser Guide und zeigt ins Wasser. Dort, in der Tiefe des kristallklaren Wassers taucht eine Seekuh mit ihrem Baby unter unserem Boot entlang. Noch nie zuvor habe ich solch ein merkwürdiges Tier gesehen. Nie hätte ich gedacht, dass der Weg zum Korallenriff noch spannender sein würde, als das Schnorcheln, das folgt. Kurz bevor wir das Ziel erreichen, hören wir Chris wieder rufen. »Tortuga!« Und tatsächlich, als wir uns über den Rand des Bootes beugen, können wir beobachten, wie eine riesige Meeresschildkröte ihren Kopf aus dem Wasser streckt. Ich muss unweigerlich an Kassiopeia aus »Momo« denken, irgendwie wirkt sie so geheimnisvoll, wie ein Relikt aus alter Zeit, das sich verirrt hat.
Sian Ka’an: Pelikane, Mangrovenlagunen und zuckerweiße Strände
Den Weg nach Punta Allen legen wir mit dem Jeep zurück. Kein Trip für Leute mit Rückenproblemen, denn die Strecke könnte kaum schlechter sein. Mit jedem Huckel fühlt es sich an, als würde das Rückgrat einmal auseinander genommen und dann wieder zusammengesetzt. Doch da der Weg so beschwerlich ist, hat man in Sian Ka’an Ruhe vorm Massentourismus. Hier gibt es nur wenige kleine Fischerdörfer und überall werden wir mit einem Lächeln empfangen. Als wir Punta Allen erreichen, dürfen wir uns am leckeren mexikanischen Buffet stärken. Dann gehen wir zu den Booten und mir wird etwas mulmig als ich die Schilder sehe, die vor Krokodilen warnen. Das Boot gleitet durch das grüne Wasser und umschifft die Mangroven-Inseln. Wir beobachten Pelikane bei der Jagd und Scharen von Fregattvögeln. Nicht umsonst nennt sich eine der Inseln »Bird Island«. Krokodile begegnen uns nicht.
Am Ende des Tages lasse ich all die schönen Eindrücke des Tages Revue passieren. Er hat sich mehr als gelohnt, dieser Ausflug in das Bioshärenreservat. Sian Ka’an bedeutet übrigens »Der Ort, an dem der Himmel geboren wurde«. Recht hatten sie, die alten Maya.
Meine Reise-Geheimtipps für das Biosphärenreservat Sian Ka’an: – Community Tours Sian Ka’an bietet zahlreiche Ausflüge an, die auch über die Kultur der Maya aufklären.
– Xamach Dos ist eine Eco-Unterkunft mit fünf verschiedenen Übernachtungsmöglichkeiten am wunderschönen Strand in Sian Ka’an. Die Cabanas sind aus Holz und werden mit Solarstrom versorgt.
WILLKOMMEN IN REBECCAS WELT INSPIRATIONEN & TIPPS FÜRS REISEN
Als freiberufliche Redakteurin und Autorin bin ich für verschiedene Magazine, Medien und Verlage tätig. Ich liebe Reisen, Natur, Kultur, Eco-Fashion, Yoga, Wellness, Kultur und gutes Essen. Von all diesen Themen handelt »Rebeccas Welt«.
Viel Spaß beim Lesen!
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