„Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden“ so lautet eines meiner Lieblingszitate von Franz Kafka. Und Schönes lässt sich hier in Prag unendlich vieles finden. Das haben mittlerweile Touristen aus aller Welt bemerkt und so ist es rund um die Sehenswürdigkeiten ziemlich voll. Ich habe für euch deswegen auch einige Tipps gesammelt, die helfen, dem Trubel zu entkommen. Denn zum Glück hat Prag noch viel mehr zu bieten als die typischen Sehenswürdigkeiten – zum Beispiel spannende Szeneviertel und tolle vegetarische Restaurants.

Entspannt unterwegs mit der GoEuro-App: von Bielefeld über Berlin nach Prag.

*Werbung: Unser Roadtrip sollte in Bielefeld – meiner Heimatstadt – beginnen. Erstes Ziel war die ITB in Berlin, die größte Reisemesse der Welt, bei der wir viele Bekannte und auch andere Blogger wiedergetroffen haben. Im Anschluss hatten wir einen Städtetrip nach Prag geplant.  Wie hinkommen?, war also die Frage. Super weitergeholfen hat uns dabei die kostenlose Reiseapp von GoEuro, dank ihr bekommt man nicht nur Zug-, Bus- und Flugverbindungen im Vergleich angezeigt,  sondern man kann auch direkt buchen. Das erspart einem viel Recherchezeit und das Ticket hat man dann gleich als mobile Variante auf den Handy – ziemlich genial, wie ich finde. Wir entschieden uns für die Zugvariante und der Buchungsprozess verlief schnell und unkompliziert. Wenn ihr es selbst mal ausprobieren wollt, könnt ihr die App hier gratis herunterladen:

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Meine Tipps für einen Städtetrip nach Prag – von spannenden Szenevierteln und tollen vegetarischen Restaurants

Staré Město – meine Favoriten unter den Sehenswürdigkeiten in Prags Altstadt und Umgebung
Wer noch nie in Prag war, sollte sich die typischen Sehenswürdigkeiten natürlich nicht entgehen lassen, allerdings würde ich empfehlen, in der Nebensaison zu kommen, denn wir waren Mitte März vor Ort, und selbst da war es schon ziemlich voll. Aufgrund der historischen Architektur sind Prags Gassen sehr eng, sodass es sich schnell mal knubbeln kann.

Wenn ihr links hinterm Franz Kafka-Museum zum Ufer der Moldau geht, werdet ihr mit einem schönen Ausblick auf die Karlsbrücke belohnt.

Karlův most – die Karlsbrücke
Von dieser Brücke mit ihren dreißig historischen Statuen geht etwas Mystisches aus, zumindest dann, wenn der Menschenandrang seinen Tiefstand erreicht hat und etwas Ruhe einkehrt. Der Tipp, den ich in meinem Baedeker Reiseführer Prag fand, die Karlsbrücke am besten in der Nacht zu besuchen, ist daher absolut beachtenswert. Sogar Albert Einstein, der eine Zeit in Prag lebte und lehrte, war von ihr fasziniert. „Der Weg zum Mond führt über die Karlsbrücke, dann beim Kleinseitener Brückenturm nach links abbiegen“, soll er einst gesagt haben. Wenn ihr am Tage vorhabt, schnell von A nach B zu gelangen, sind die vielen anderen anderen Brücken, die über die Moldau führen, allerdings immer die bessere Wahl.

Glücksbringer: Etwa 30.000 Menschen überqueren täglich die Karlsbrücke und hinterlassen ihre Spuren.

Mahnmal der Meinungsfreiheit – die John Lennon-Mauer
Nahe der Karlsbrücke (gegenüber der Französischen Botschaft) liegt die John-Lennon-Mauer. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass es sich um ein einfaches Graffiti handelt, doch die Geschichte dahinter ist viel bedeutender. Auch wenn John Lennon selbst nie in Prag war, war er ein großer Held für Tschechiens Jugend während des Kommunismus. Die in seinen Liedern zelebrierte Botschaft der Freiheit mundete der Regierung gar nicht und generell war das Hören westlicher Musik in der damaligen Tschecheslowakei verboten. 1980 – nachdem John Lennon in New York erschossen wurde – malte ein Unbekannter ein Porträt des Künstlers auf diese Mauer in der Prager Innenstadt sowie einige Zitate seiner Songs, die sich mit dem Thema Frieden. auseinandersetzen. Im Laufe der Zeit kamen immer weitere Zeichnungen hinzu, sämtliche Bemühungen der kommunistischen Polizei die Malereien und Zitate auf der Mauer zu beseitigen, scheiterten, denn kaum war ein Kunstwerk zerstört, folgte ein neues. Dieses Mahnmal der freien Meinungsäußerung und der friedlichen Rebellion hat mich besonders beeindruckt, denn es hat seine Aktualität nie verloren.
Adresse: Velkoptevorske namesti

Eine Wand im ständigen Wandel – die John Lennon-Mauer.

Für Fans des Literaten– das Franz Kafka-Museum

Man sollte schon ein Kafka-Fan sein, um dieses Museum interessant zu finden. Ich gehöre dazu, deshalb habe ich mich gefreut, die meisten seiner Erstausgaben, Tagebücher, Handschriften und Fotografien vor Ort bewundern zu dürfen und nachzuempfinden, wie die Stadt Prag damals auf Kafka gewirkt haben muss. Grundsätzlich hätte ich mir noch etwas mehr Einblicke in seine einzelnen Werke und ihre Entstehungsgeschichte gewünscht. Doch dafür muss man dann wohl eine geführte Stadttour auf den Spuren des Literaten und seinen allegorischen Orten machen.
Adresse: Cihelná 635/2b, 118 00 Malá Strana

Maitrea – vegetarisch essen in der Alstadt
Dieses tolle Restaurant befindet sich nahe des Altstädter Rings und wurde nach Feng-Shui-Richtlinien eingerichtet. Übersetzt bedeutet Maitrea „liebende Liebenswürdigkeit“, die Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen und das Essen war super lecker. Ich würde euch empfehlen zu reservieren, denn das vegetarische Restaurant ist beliebt.
Adresse: Týnská ulička 6

Da hatten wir für das Foto genau den richtigen Moment abgepasst, fünf Minuten später war es voll.

Veganer Restauranttipp einer Einheimischen – das Forky’s
Ein veganes Restaurant, das mir meine nette Sitznachbarin Olga im Zug empfohlen hat, die aus Prag kommt, ist das Forky’s. Hier gibt es unter anderem Superbowls,  Burger und Tortilla-Wraps.
Adresse: Veleslavínova 93/10

Das Flair der Vergangenheit genießen – Café Louvre
Dieses Kaffeehaus ist stolz auf seine prominenten Gäste zu denen Franz Kafka und Albert Einstein gehörten. Doch darauf ruht man sich nicht aus, heute ist das Café Louvre vor allem für seine vorzüglichen Speisen und Getränke bekannt, für die es immer wieder mal die ein oder andere Auszeichnung erhält. Wir waren dummerweise an einem Sonntag da, was natürlich bedeutete, dass man Schlange stehen musste, um einen Tisch zu bekommen.
Adresse: Národní 22

Ein Traum in Rosa und Weiß – das Café Louvre von innen.

Paradies für Buchliebhaber – das Klementinum
Im ehemaligen Jesuitenkolleg befindet sich eine Barockbibliothek, deren Schönheit einmalig ist. In ihr gibt es neben unendlich vielen Büchern auch zahlreiche Fresken und wertvolle Globen zu bestaunen. Das Klementinum kann nur im Rahmen einer 50-minütigen Führung besichtigt werden, fotografieren ist nicht erlaubt.
Adresse: Křižovnická 190, Karlova 1 oder Mariánské nám. 5

Einfach innehalten und staunen: die Nationalbibliothek der Tschechischen Republik Klementinum. Copyright: Klementinum

Über den Dächern Prags – Letná Park und der Biergarten
Der große Park mit seinem Biergarten gehört zu den liebsten Treffpunkten der Einheimischen, mittlerweile haben ihn allerdings auch die Touristen entdeckt. Bei gutem Wetter solltet ihr das aufstrebende Szeneviertel weiter erkunden, zum Beispiel mit E-Bikes. Diese bekommt ihr u.a. bei What the Hill in Letná. Denn je weiter ihr euch Richtung Holešovice bewegt, desto trendiger wird die Umgebung. So findet ihr zum Beispiel in der Veverkova Straße viele coole Bistros und Shops. Einer davon ist Recycle with Love – ein Slow-Fashion-Store.

Alternative Stadtviertel – Prager Neustadt & Vinohrady und Vršovice
Wenn ihr genug vom Sightseeing habt und euch lieber abseits der Touristenströme bewegen wollt, solltet ihr Prags alternativen Stadtteile besuchen. Zum Beispiel die Straße Krymská in Vršovice, dieses Prager Viertel wird gerne als eine Mischung aus dem Pariser Montmartre und Berliner Kreuzberg beschrieben. Aber macht euch euren eigenen Eindruck. Das tolle an Prag ist, dass die wunderschöne Architektur euch auch in vielen anderen Vierteln begegnen wird, vielleicht nicht in der umfassenden Opulenz, doch ganz gewiss mit viel Charme.

Wir haben uns in der Umgebung der Prager Neustadt und Vinohrady etwas umgeschaut, hier findet ihr ebenfalls zahlreiche vegetarische Restaurants wie das Etnosvět, das 2016 zum besten vegetarischen Restaurant gewählt wurde. Fans von nordindischer Küche werden im Dhaba Beas fündig. Und dann ist da noch das Zanzibar, in dem es Frühstück, Lunch und Dinner auch für Vegetarier gibt. Gut gefallen hat es mir außerdem im Hajnovka, hier findet ihr neben einer typisch tschechische Küche außerdem  internationale Gerichte, darunter auch vegetarische Angebote wie zum Beispiel das Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenkäse, Walnüssen und Honig. Unterwegs Richtung Altstadt stieß ich noch auf I Need Coffee! – ein hippes Café, das auch perfekt nach Berlin passen würde. Die verwendeten  Produkte stammen von regionalen Bauernhöfen und Lebensmittelerzeugern. Ihr solltet unbedingt die selbstgemachten Cookies probieren.
Wenn ihr Fans von klassischer Musik seid, könnt ihr euch ganz in der Nähe das Antonín-Dvořák-Museum anschauen, die Ausstellung im barocken Lustschloss zeigt den Lebensweg des Komponisten, der übrigens zu den größten Weltenbummlern Tschechiens gehörte.

Praktische Tipps für eure Prag-Reise

Übernachten im Miss Sophie’s

Ich habe im Miss Sophie’s Hotel übernachtet, das nur zwei Metro-Stationen vom Hauptbahnhof entfernt liegt. Es ist eine hübsche Mischung aus stylishem Design- und Boutique-Hotel, die Zimmer sind sehr kreativ und niedlich eingerichtet. Mir hat es gefallen, dass es nachts schön ruhig war und man das Zentrum oder Szeneviertel wie Vinohrady gut zu Fuß erreichen konnte. Für alle, die es noch günstiger mögen, gibt es direkt gegenüber auch das Sophie’s Hostel.

Die Stadt mit dem Rad erkunden
Vor Ort werden euch sicher ab und zu pinkfarbene Räder auffallen, diese könnt ihr mit einer entprechenden App mieten. Weitere Infos dazu findet ihr auf der Website des Anbieters Rekola.

Geführte Stadttour durch Prags alternative Szene
Täglich um 14:30 Uhr führen euch Einheimische durch Prags angesagtesten Szeneviertel und ihr lernt u.a. tschechische Streetart, Graffiti und Kunstgalerien kennen. Treffpunkt ist gegenüber des Pulverturms am Náměstí Republiky (Platz der Republik). Eine Buchung der geführten Stadttour im Voraus ist nicht notwendig.

Weitere vegetarische und vegane Locations in Prag
„Nichts wird die Chance auf ein überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung“, sagte Albert Einstein einst, der selbst eine Zeit lang in Prag lebte und lehrte. Und auch wenn die böhmische Küche traditionell sehr fleischlastig ist, gibt es immer mehr Restaurants, die auf eine vegetarische Küche setzen. Für Veganer dürfte zum Beispiel das My Raw Café in der Prager Altstadt interessant sein, wundert euch nicht, es befindet sich etwas weiter hinten in einer Art kleinen Einkaufspassage. Danke an die liebe Aleksandra Keleman für diesen Tipp. Viele weitere vegetarische und vegane Cafès und Restaurants findet ihr außerdem über Apps wie Happy Cow.

Anreise nach Prag
Die Verbindung von Berlin nach Prag ist hervorragend. Sowohl mit dem Bus als mit der Bahn lässt sich die tschechische Hauptstadt unkompliziert erreichen. Und die Umwelt schon ihr damit auch. Wir haben mit dem EC etwas mehr als vier Stunden (ohne Umsteigen) gebraucht. Überraschenderweise gab es sogar W-LAN  im Zug, so konnte ich die Fahrtzeit auf dem Hin- und Rückweg sinnvoll nutzen.

Na shledanou, Praha! Auf Wiedersehen, Prag!

*Der Abschnitt zum App-Test ist im Rahmen einer Kooperation mit GoEuro entstanden. Für meinen Arbeitsaufwand habe ich ein Honorar erhalten. Trotzdem würde ich nichts empfehlen, von dem ich nicht überzeugt bin.

 

Übrigens: Falls ihr trotzdem zwischendurch ein wenig Sightseeing betreiben wollt, könnt ihr euch auf der Online Plattform GetYourGuide Tickets für zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Prager Burg, das Biermuseum etc.  oder spannende geführte Stadttouren vorab kaufen. So vermeidet ihr lästiges langes Anstehen in den Warteschlangen.

Fotos: Lukas Holzmeier und Rebecca