Meine Wintertipps für einen Urlaub im Tannheimer Tal, Allgäu & Tirol
 


Welche Reise werdet ihr nie vergessen? Ich durfte im Winter letzten Jahres eine Ballonfahrt über die Alpen im Allgäu machen; und das war einfach traumhaft schön. Stundenlang in Tausenden Metern Höhe langsam und fast lautlos über die schneebedeckten Bergspitzen und gefrorenen Seen zu gleiten – ein atemberaubendes Gefühl. Aber im Allgäu und in Tirol lässt sich natürlich weitaus mehr erleben, zum Beispiel Winteraktivitäten aller Art: Skifahren, Rodeln, Schneewandern, Schlittschuhlaufen … Und dank der Slow-Food-Küche kommen auch Gourmets voll auf ihre Kosten. Meine Wintertipps für einen Urlaub im Tannheimer Tal, Allgäu & Tirol.

Die Erde von oben – meine Fahrt mit einem Heißluftballon über die Alpen

Im Tannheimer Tal fand im Januar 2020 das 25-jährige Jubiläum des Internationalen Ballonfestivals statt. Teams aus aller Welt starten hier jedes Jahr gemeinsam zum Flug über die Alpen und dieses farbenfrohe Schauspiel am Himmel zieht natürlich zahlreiche Besucher an. Wer mutig- und schnell genug ist, kann sich einen der wenigen begehrten Plätze an Bord sichern. Günstig ist das allerdings nicht, etwa 250 € kostet die Fahrt. Aber es lohnt sich definitiv, denn es ist ein überwältigendes Gefühl in einem Heißluftballon auf etwa 2.600 Meter Höhe zu schweben und die Alpen von oben zu sehen. Wir hatten das Glück mit Bianca Höfer starten zu dürfen, sie ist 34 Jahre alt und eine der wenigen weiblichen Ballonpilotinnen.

Zu Beginn hieß es „mit Anpacken“, denn so ein Ballon steht da leider nicht einfach abfahrbereit, wer mit will, muss ran: Der schwere Korb, die Gasflaschen, der Brenner und die etwa 30 m lange Ballonhülle mussten aus dem Hänger geholt- und in Position gebracht werden. Jedes Team war auf der riesigen Wiese unter Hochdruck damit beschäftigt, alle Teile in die richtige Position zu bringen. Etwa eine halbe Stunde dauerte es, bis die Leinen am Korbrand verankert waren, die bunte Nylonhülle aufgeblasen- und die Luft darin heiß genug war. Wenn man mal live miterlebt hat, was für ein Aufwand es ist, so einen Ballon zu unterhalten und in die Luft zu bekommen, ist der Preis für eine Ballonfahrt definitiv nachvollziehbar.

Dann war es endlich soweit: Wie durften in den engen Korb klettern, mit so wenig Gepäck wie möglich. Ganz langsam hoben wir ab. Häuser, Kirchtürme, Höfe und Straßen wurden immer kleiner – alles sah aus wie die Landschaft einer Modelleisenbahn. Allzu viel durfte ich allerdings nicht nach unten gucken, sonst wurde mir schwindelig, denn ich habe Höhenangst. Auf 2.600 Metern Höhe angekommen, begann ich es zu genießen. Vor allem die Momente, in denen es fast still war.

 

 

Die Ballons standen die ganze Zeit über Funk in Kontakt, denn dank der Thermik weiß man nie so genau, wohin die Reise geht. Wir fuhren mit dem Ballon von Tannheim unter anderem über den Weißensee und den Hopfensee – es war eine landschaftlich wunderschöne Strecke.

Der abenteuerlichste Teil stand uns aber noch bevor: die Landung. Die dauerte bei uns länger als geplant, denn es war windstill. Und so hingen wir eine ganze Weile über einem Wald fest, in dem wir natürlich nicht landen wollten. Bianca ließ sich zum Glück nicht aus der Ruhe bringen, sie brachte uns so lange Stück für Stück weiter nach oben, bis wir uns wieder bewegten. Doch da war noch der Strommast unter uns, auch kein gutes Landeziel.
Irgendwann war es geschafft, wir landeten auf einer Wiese hinter der deutschen Grenze. Hier wurden wir vom Rest des Ballon-Teams empfangen. Nachdem alle Ballon-Utensilien verpackt waren, folgte in Tannheim noch die Zeremonie der Ballontaufe mit den vier Elementen Wasser, Erde, Luft und Feuer – so will es die Tradition. Wir mussten uns hinknien, unsere Köpfe wurden mit Sekt beträufelt, mit Erde berieselt, die dann weggepustet wurde. Im Anschluss senkte der „Zeremoniemeister“ unsere Haarspitzen mit einem Streichholz an. Wir wussten nicht so recht, wie uns geschah. Zu guter Letzt gab es eine Urkunde, auf der unser „neuer Name als Ballonfahrer“ stand. So, jetzt wisst ihr schon mal, was euch bevorsteht, wenn ihr eine Ballonfahrt über die Alpen macht. 🙂

Rund ums Tannheimer Tal – meine Tipps für euren Winterurlaub im Allgäu und in Tirol

Im Allgäu und in Tirol lässt sich aber natürlich noch weitaus mehr erleben, denn die Lage ist ideal für Winteraktivitäten aller Art: Skifahren, Rodeln, Schneewandern, Schlittschuhlaufen …

Ski-Langlauf und Skitrail Tannheimer Tal in Bad Hindelang

Da es in meiner Heimatstadt Bielefeld leider fast nie Schnee zu sehen gibt, bin ich umso mehr davon angetan, mal in einem richtigen Winterwunderland unterwegs zu sein. Ich habe es mir vor Ort nicht entgehen lassen, ein Ski-Langlauf-Training zu machen. Unser Skilehrer Horst ist ein echter Profi und hatte kein Erbarmen mit uns Anfängern, es ging Runde um Runde, zwei Stunden lang ohne Pause. „Ohne Anstrengung kein Erfolg, lautet sein Motto“. Unter uns: Ich konnte die folgenden Tage vor Muskelkater kaum laufen.

Übrigens: Der Ski Trail Tannheimer Tal in Bad Hindelang ist der größte grenzüberschreitende Langlauf-Marathons Österreichs und Deutschlands. Fünf Distanzen stehen zur Auswahl: Neben den drei Skating-Strecken über 19, 36 und 60 Kilometern Länge gibt es zwei Varianten mit 12,5 und 33,5 Kilometern in der klassischen Technik.

 

Schlittschuhlaufen auf dem Haldensee

Ein weiteres sehr schönes Erlebnis war mein erstes Mal Schlittschulaufen nach mehr als sechs Jahren Pause. Hier bei uns kommt es fast nie vor, dass ein See so fest zugefroren ist, dass man ihn betreten darf. Und die Eisbahnen sind mir oft zu voll. Umso glücklicher war ich, als ich sah, dass Teile des Haldensees offiziell zum Eislaufen freigegeben waren. Ich war ganz allein auf der Fläche – und mit der Bergkulisse im Hintergrund – war das der schönste Ort, an dem ich je Schlittschuh gelaufen bin.

Schneewanderung auf dem Neunerköpfle-Erlebnisweg

Was bei einem Winterurlaub für mich nicht fehlen darf, ist eine Schneewanderung. Mir hat die Tour rund ums Neunerköpfle auf dem 9er-lebnisweg gut gefallen. Der Weg startet bei der Bergstation Neunerköpfle in Tannheim. Je nach Geschwindigkeit und Aufenthalt bei den Stationen braucht man ca. 1 bis 1,5 Stunden. Oben angekommen, hatte man einen tollen Ausblick auf die schneebedeckten Alpen und wir konnten ein paar Paraglider beim Start beobachten. Bergwanderführer Klaus D. gab uns außerdem wichtige Survival-Tipps für die Alpen, z.B., was man machen kann, wenn man einen Unfall hatte, aber kein Handynetz hat, um Hilfe zu holen. Tipp: Seine Touren sind kostenlos, weitere Infos gibt’s auf der Website der Tannheimer Bergbahnen.

Nachhaltig übernachten im Tannheimer Tal

Der Infinity Pool des Hotel haldensee. Copyright: Achim Meurer.

Direkt am Haldensee in Nesselwängle im Tannheimer Tal liegt ein Naturerlebnis- und Wellnesshotel mit grandiosem Ausblick: das haldensee. Die Zimmer wurden mit natürlichen Materialien wie heimischen Holz gestaltet, auch aus dem großen Wellnessbereich hat man direkten Seeblick und es gibt einen Infinity-Pool. Richtig gut hat mir auch das Frühstück gefallen, denn es gab viele regionale und Bio-Produkte.

Ein weiteres Hotel, das auf Nachhaltigkeit setzt, ist das Natur- und Biohotel Bergzeit in Grän.

 

Köstlich essen rund ums Tannheimer Tal

Bei all den sportlichen Aktivitäten bekommt man natürlich Hunger. Zum Glück lässt es sich im Allgäu auch hervorragend essen. Ich empfehle euch, bei Slow Food- und Hauben-Restaurantbetreiber Ralf Morent im kleinen Ort Zöblen, in Österreich, vorbeizuschauen. Das lohnt sich nicht nur wegen der hervorragenden Küche, sondern auch wegen des Ambientes: In einem typischen Bauernhof aus dem Jahr 1764 wurde der Stalltrakt zum typischen Dorfwirtshaus umgebaut. Auf der Speisekarte stehen regionale Köstlichkeiten wie Wild aus dem Zöller Revier oder Fisch aus dem Haldensee. Auch die nachhaltig gezüchteten Alpengarnelen gibt es hier. Nicht umsonst bezeichnet der Gault Millau das Restaurant Morent als „Juwel“. Mein Tipp: Ihr solltet unbedingt vorab reservieren, denn die wenigen Plätze sind heiß begehrt.

Auch ein Abendessen im Hotel Bergblick in Grän kann ich wärmstens empfehlen, es wurde nicht umsonst vom Gault & Millau ausgezeichnet. Wenn ihr es lieber bodenständig, traditionell und deftig mögt, seid ihr in der historischen Schankwirtschaft Wohlfahrt in Pfronten gut aufgehoben. Dort könnt ihr traditionelles Hofbier und eine sehr gute Allgäuer Küche mit Wild genießen.

 

Weitere Tipps & Infos rund um einen Winterurlaub im Tannheimer Tal

 

Für mich darf ein guter Reiseführer nicht fehlen, wenn ich unterwegs bin, dies sind meine drei Tipps:

Schon gewusst?

-Das Allgäu ist ein Käseland: Es gibt vor Ort etwa 90 Sennereien und fast 40 Prozent des deutschen Hartkäses werden dort hergestellt

-Das Tannheimer Tal liegt im Norden Tirols und hat sechs Skigebiete, 140 Loipenkilometer und 81 geräumte Winterwanderwege zu bieten.

-Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Allgäu zählt das Schloss Neuschwanstein. Der menschenscheue König Ludwig II. hatte die Burg erbaut, um sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen – heute ist sein Refugium ein Publikumsmagnet: Rund 1,4 Millionen Menschen besichtigen jährlich „die Burg des Märchenkönigs“.

 

Fotos: Lukas Holzmeier

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2 Kommentare

  1. Was ich in einem Urlaub immer empfehlen kann ist eine Ballonfahrt 😀 Super angenehm und erlebnisreich. Viele Grüsse

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