Etwa fünfundvierzig Bootsminuten vom lebhaften Bocas Town entfernt, liegt ein kleines Paradies: Das Al Natural Resort auf der Isla Bastimientos. Ein perfektes Refugium für alle, die Erholung suchen und Wert auf nachhaltigen Urlaub legen. Die sieben offenen Holz-Bungalows erinnerten mich ein wenig an Baumhäuser auf Stelzen. Morgens konnte man vom Bett aus direkt auf das karibische Meer schauen und Pelikane beim Fischfang beobachten.  Doch das waren nur einige meiner vielen schönen Momente vor Ort. Was man sonst noch so erleben kann, erfahrt ihr hier.

Al Natural Resort: Eco-Urlaub der besonderen Art

„Al Natural“ – das bedeut übersetzt „auf natürliche Weise“, erklärte uns Michel Natalis, der das Eco-Resort vor 18 Jahren gegründet hat. Ihm ist es wichtig, dass er keine Spuren hinterlässt, falls er die Unterkunft eines Tages mal schließen muss. Alle Bungalows – inklusive des Restaurants und der Bar  – wurden aus Holz und anderen lokalen Materialien wie Palmenblättern gebaut. Hilfe bekam er dabei vom indigenen Volk der Ngöbe-Bugle – den Einheimischen der Region. Im Al Natural Resort trifft traditionelles Handwerk auf neue Technologien: Besonders stolz ist Michel auf sein selbstkonstruiertes Wasserversorgungssystem, das aus zwei Kreisläufen besteht. Das Regenwasser wird aufgefangen, in einem speziellen Tank gesammelt und als Duschwasser für die Bungalows verwendet. Daher ist das Wasser sehr weich, was man auch an Haut und Haaren merkt – ein gratis Beauty-Treatment also. Überschüssiges Regenwasser wird in zweites Tanksystem geleitet und für die Toilettenspülung genutzt. Dieses System ist zusätzlich an einen Brunnen gekoppelt, der in Trockenperioden zusätzliches Wasser liefert.  Für Strom sorgen Solarpanele und Batterien, in denen überschüssige Energie gespeichert wird.


Was  mir außerdem sehr positiv auffiel, war der Verzicht auf Plastik, in allen Bungalows gab wiederauffüllbare Trinkflaschen- Shampoo- und Seifenbehälter. Wer einen Cocktail an der Bar bestellt, bekommt diesen mit einem wiederverwendbare Metallstrohhalm serviert.

Damit man das Dschungel-Ambiente im Al Natural Resort so richtig genießen kann, wird auf WLAN verzichtet. Digital Detox lautet das Motto. Es gibt nur einen einzigen Ort am Strand, wo man es empfängt. Aber wozu braucht man schon ein Smartphone, wenn man im Paradies ist?!

Urlaub ohne Handy: Zehn Tipps, was ihr stattdessen machen könnt

1) Abends der Fütterung der Night Monkeys beiwohnen und selbst mitmachen: Ab circa 19 Uhr versammeln sich die niedlichen Äffchen nahe des Restaurants und werden von einem Mitarbeiter des Resorts mit Bananen gefüttert.


2) In der Dunkelheit nach fluoreszierendem Plankton tauchen, das geht am besten bei stillem Wasser und in der Nähe des Hauptstegs, der sich vorm Restaurant befindet.
3) Mit dem Kayak auf Entdeckungstour gehen und dabei mit etwas Glück Delfine sehen.
4) Schnorchel- oder Tauchtouren machen, in der Umgebung gibt es einige intakte Riffe mit vielen bunten Fischen. Wusstet ihr, dass in der Provinz Bocas del Toro 74 der 79 karibischen Korallenarten beheimatet sind?! Es lohnt sich also, mal unter Wasser aktiv zu werden.
5) Die typisch panamaische Küche genießen, zum Beispiel Patacones con bolas de pescado (Bananentaler mit Fischfrikadellen). Auch die Cocktails solltet ihr mal probieren, mir persönlich hat der „Naturalito“ ziemlich gut geschmeckt.

6) Ausschau nach possierlichen Faultieren in den Bäumen halten. Das Al Natural-Team hat immer tolle Tipps, in welchen Ecken die Chancen gut stehen.

7) Sich im Bikini auf der Außenterrasse des Bungalows in einen tropischen Regenschauer stellen.
8) Einen Ausflug zur La Loma Jungle Lodge & Chocolate Farm machen, die sich ebenfalls auf Bastimientos befindet. Vor allem Schokoladen-Liebhaber sollten sich diese Tour nicht entgehen lassen und rechtzeitig buchen. Als wir anfragten, waren leider bereits alle Plätze belegt.
9) Den Ausblick aus der Hängematte aufs Wasser genießen und dabei den Geräuschen des Meeres und des Dschungels lauschen.

10) Den Dschungel hinter den Bungalows erkunden, wer genau hinschaut, wird sicher den ein oder anderen Bewohner entdecken. Zum Beispiel einen Stirnlappenbasilisk, der auf Englisch Jesus Christ Lizard genannt wird. Warum dieser Name? Ganz einfach: Er kann bis zu 20 Meter auf dem Wasser laufen. Ganz schön beeindruckend, oder?!

Beste Saison für eine Auszeit im Al Natural Resort

Sowohl die Zeit von Februar bis April als auch die Monate August und Oktober sind zu empfehlen. Michels Geheimtipp ist der September, denn da sei das Wasser besonders seicht und es seien wenige Touristen vor Ort. Wir waren im November da, allerdings hat es dort sehr viel geregnet, da dann Regenzeit ist.

Was ihr für einen Digital Detox-Urlaub im Al Natural Resort dabei haben solltet:

-eine Wasserfeste Taschenlampe, denn die Wege sind nachts nicht beleuchtet
-ein Moskitospray, das auch gegen lästige Sandfliegen hilft
-ein Buch und ein Gesellschaftsspiel, falls das Wetter nicht mitspielt
-ein leichtes Regencape

Panama: Buchung & Anreise
Wenn ihr Lust habt, individuell zu reisen, trotzdem aber gerne so viel Komfort und Sicherheit wie möglich haben möchtet, kann ich euch TAKE OFF Erlebnisreisen sehr empfehlen. Das Team stellt euch nach eurem Wunsch z.B. individuelle Rundreisen zusammen, Transfers, Unterkünfte oder Ausflüge könnt ihr so – je nach Belieben schon vororganisieren lassen, das erspart vor Ort eine Menge Nerven. Ihr habt auch die Möglichkeit, nur Teile eurer Reise so zu gestalten. Für uns war das die ideale Kombination und es gab keinerlei Komplikationen.

Unseren Flug haben wir bei KLM gebucht, da dieser mit 390 € pro Person unschlagbar günstig war. Von Düsseldorf aus gab es einen Stopp in Amsterdam, der Service und die Filme an Bord haben mir super gefallen. Von Frankfurt aus bietet z.B. Lufthansa auch Direktflüge nach Panama an. Da Fliegen leider extrem belastend für die Umwelt ist, gibt es die Möglichkeit, seinen CO2-Abdruck über Organisationen/Stiftungen atmosfair oder myclimate zu kompensieren. Ein Rechner zeigt euch den Ausstoß eurer Reise an und die Summe, die ihr für einen Ausgleich in verschiedene Klimaprojekte spenden könnt. Ich habe diesmal für ein Wiederaufforstungsprogramm in Nicaragua gespendet.

Reiseführer & Literatur
NATIONAL GEOGRAPHIC Reisehandbuch Panama: Der Reiseführer 2018 bietet über 500 Adressen und eine praktische Faltkarte zum Herausnehmen für alle Traveler. Ich finde ihn sehr informativ, denn man erfährt viel über Land und Leute und die darin enthaltenen Preisangaben waren hilfreich auf unserer Rundreise.

The Birds of Panama: A Field Guide: Wer noch kein Vogel-Fan ist, wird’s spätestens in Panama, denn fast 1.000 Arten leben in diesem kleinen Land Mittelamerikas. Und viele davon sind wunderschön bunt. Im Handbuch findet ihr tolle Zeichnungen, anhand derer ihr eure Sichtungsobjekte bestimmen könnt.

GEO Special Costa Rica Panama: Allein das Cover hat mich direkt verzaubert und auch, wenn sich der Großteil des Heftes um Costa Rica dreht, habe ich spannende Informationen und den ein oder anderen guten Tipp zu Panama gefunden. Die Fotos sind – wie immer bei GEO – ein Traum.

Weitere Tipps für einen Panama-Urlaub findet ihr in meinem Beitrag Oh, wie schön ist Panama – 10 Tipps zu Boquete“ und in unserem „Reisepodcast – dein Guide für Mikroabenteuer & die weite Welt.

Fotos: Lukas Holzmeier.
Die Bilder wurden mit einer Canon EOS 5D MARK III aufgenommen. Für die Kolibri-Bilder haben wir ein Canon EF 70–200 mm f/2.8L is II USM Teleobjektiv genutzt*.

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