Habt ihr euren Urlaub für das kommende Jahr schon geplant? Oder seid ihr noch auf der Suche nach Ideen? Auch beim Thema Reisen gibt es immer wieder neue Trends, die für 2020 sind besonders spannend und erfreulich – sie reichen vom Solo-Trip bis hin zu Undertourism. Was genau sich dahinter verbirgt, das erfahrt ihr hier. Außerdem verrate ich euch meine persönlichen Tipps zu den Trends.

Top 5 Reisetrends für 2020:  Nachhaltig reisen
Alle reden über Nachhaltigkeit. Wen wundert es da, dass das Thema auch in die Reisebranche Einzug erhalten hat?! Da das Reisen (meist) an sich keine nachhaltige Angelegenheit ist, versuche ich Tipps und Inspirationen zu geben, wie und wo man den Urlaub umwelt- und sozialverantwortlicher verbringen kann. Dabei ist es mir wichtig, gleich vorweg zu sagen, dass auch ich nicht alles »richtig« mache: Ich bin zwar vorwiegend in Deutschland und Europa unterwegs, unternehme aber etwa einmal im Jahr als Reisejournalistin- und bloggerin beruflich eine Fernreise.

Märchenhaft: Die Baumhäuser bei Robins Nest in Hessen.

Zum Glück hat Deutschland so viele schöne Ecken und Naturparadiese zu bieten. Berge, Wälder, Flüsse und das Meer, da ist für jede*n was dabei. Und dank des Mikroabenteuer-Trends wächst auch das Angebot an ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten stetig. Da sind die zahlreichen Baumhaushotels wie zum Beispiel Robins Nest und das Baumzelt Solling, in denen es sich unterm grünen Blätterdach herrlich träumen lässt. Es gibt schöne Bootshäuser wie das an der Mecklenburger Seenplatte, von deren Terrasse man direkt in den See springen kann. Oder wie wäre es mit einem ausgebauten Bauwagen mitten im Wald? Ein Eldorado für alle Tiny-House-Fans.

Wenn es einen in die Ferne lockt – CO2 Kompensation
Dass Fliegen schlecht fürs Klima ist, darüber gibt es nichts zu diskutieren. Experten gehen davon aus, dass der Flugverkehr bis 2050 um 165 Prozent steigen wird, das ist ein großes Problem. Trotzdem möchte man manchmal dem kalten, grauen Winter entfliehen und noch etwas mehr von der Welt sehen. Wer den Flieger nimmt, kann seinen CO2-Abdruck über Organisationen/Klimaschutz-Stiftungen wie  atmosfair oder myclimate kompensieren. Ein Rechner zeigt einem den Ausstoß der Reise an und die Summe, die man für einen Ausgleich in verschiedene Klimaprojekte spenden kann. Ich habe bei meiner beruflichen Panama-Reise zum Beispiel für ein Wiederaufforstungsprogramm in Nicaragua gespendet. Das gespendete Geld wird oft auch genutzt, um erneuerbare Energien in Ländern auszubauen, wo es diese noch kaum gibt, also vor allem in Entwicklungsländern. Manche Menschen bezeichnen CO2-Kompensation als Ablasshandel, warum sie trotzdem besser ist, als nichts zu tun, erfahrt ihr in meinem Interview mit dem Klimaforscher Mojib Latif.

Hier könnt ihr selbst tätig werden: Das Te Urewera Wiederaufforstungsprojekt in Neuseeland.

Fernreisen per se als schlecht zu verteufeln, halte ich aus mehreren Gründen für falsch. Schließlich lernt man die Welt, andere Menschen und Kulturen unterwegs besser kennen und schätzen. Und man kann auch Gutes bewirken, denn Tourismus kann für die bereisten Länder eine Chance sein: Er ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, der den Menschen vor Ort ein besseres Leben ermöglicht und er kann zur nachhaltigen Nutzung der Natur beitragen oder Bildungsprogramme unterstützen, so zum Beispiel beim Projekt »Education for all« in  Marokko, das vom  Green Pearls®-Partner Kasbah du Toubkal mitbegründet wurde – einem wunderschönen Hotel am Fuße des Atlas-Gebirges.

»Education for all« (EFA) heißt ein soziales Projekt in Marokko, das sich für die Schulbildung benachteiligter Mädchen einsetzt. Foto: Green Pearls®

Indem man eine günstige Pauschalreise in eine große Hotelanlage bucht, funktioniert das natürlich nicht. Denn von dem Geld, was man dort bezahlt, werden die Angestellten vor Ort nicht viel sehen. Ganz zu schweigen von den Umweltproblemen, die diese Art des Massentourismus mit sich bringt. Weltweit findet ihr zertifizierte Anbieter von Urlaubsreisen und Unterkünften, die sich dem nachhaltigen Tourismus verschrieben haben, zu den besten Siegeln zählt das von TourCert.

Mittlerweile gibt es auch einige Reiseführer, die auf nachhaltige Projekte, Unterkünfte und Restaurants hinweisen. Dazu zählen u.a. die MERIAN momente Reiseführer-Reihe* und die neueren Reiseführer von Lonely Planet*.

(Werbung) Übrigens: Da Fernreisen meist teurer sind, ist es wichtig, dass man sich gut um das Thema Reiseschutz kümmert. Eine Reiseschutzversicherung, die sich nachhaltig engagiert, ist der Reiseschutzspezialist LTA: Für jede Tonne CO, die das Unternehmen verbraucht, pflanzt LTA – gemeinsam mit Miller Forest – zwei Bäume im Bundesstaat Caazapa, Paraguay. So wurden bereits mehr als 2.640 Bäume durch LTA gepflanzt und damit 1.320 Tonnen CO2 gebunden.  Auch auf Kundenkarten aus Plastik verzichtet das Unternehmen.

 

Top 5 Reisetrends für 2020: Undertourism
Sicher, Amsterdam, Barcelona, Rom und Venedig sind traumhaft schön. Aber sie sind (fast ganzjährig) ziemlich überlaufen. Und wem macht es schon Spaß, sich mit Hunderten von Menschen durch die engen Gassen zu schieben und überall in langen Warteschlangen zu stehen? Undertourism lautet hier das Zauberwort. Gemeint ist, dass man gezielt auf weniger bekannte Orte und Städte setzt. Ich kann zum Beispiel das wunderschöne Städtchen Lucca in der Toskana sehr empfehlen, dort lässt sich der Charme von Bella Italia noch ganz wunderbar zelebrieren. Utrecht oder Den Haag statt Amsterdam, Cadiz statt Sevilla und ein schmuckes Städtchen im Burgund wie Noyers-sur-Serein statt Paris – das sind nur einige Ideen. Wenn ihr noch weitere habt, freue ich mich über eure Kommentare zu diesem Blogbeitrag!

Savoir-vivre: Im Burgund gibt’s Frankreich-Feeling vom Feinsten.

Top 5 Reisetrends für 2020: Die Nebensaison nutzen
Für diejenigen, die auf die Schulferien angewiesen sind, ist dieser Tipp natürlich weniger gut umsetzbar. Doch allen anderen sei gesagt: Nutzt die Nebensaison! Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich definitiv lohnt. Auch bei Fernreisezielen. Ich war im November zur Regenzeit in Panama und hatte die karibischen Strände fast für mich allein.

Menschenleer: Die Strände in der sonst so belebten Region Bocas del Toro in Panama.

Ich war auch zur Regenzeit in Nordthailand und der Himmel begrüßte uns fast täglich in strahlendem Blau. Und glaubt mir, so ein kurzer, kräftiger Tropenschauer zwischendurch hat auch seinen Reiz. Wenn ihr im Winter in beliebte Städte wie Paris fahrt, könnt ihr euch all die tollen Ausstellungen in Ruhe anschauen, einen guten Platz im Café oder Restaurant ergattern und die Unterkünfte sind günstiger. Falls ihr doch mal zur Hauptsaison unterwegs seid, empfehle ich, bei einem Citytrip auf Stadtteile auszuweichen, die weniger frequentiert sind, sie können ebenfalls sehr interessant sein. In Prag und in Wien bin ich sehr gut damit gefahren, indem ich einfach die neuen Szeneviertel der Einheimischen erkundet habe.

 

Top 5 Reisetrends für 2020: Frauen reisen allein
Allein zu reisen ermöglicht einem ein fantastisches Gefühl der Freiheit. Schließlich kann man sich ganz auf sich selbst und seine Bedürfnisse fokussieren. Mehr Unabhängigkeit und Spontanität geht nicht. Vor allem immer mehr junge Frauen reisen allein, doch man sollte schon genau schauen, wohin es geht. Zu den sichersten Ländern der Welt zählen Island, Norwegen, Dänemark, Finnland und Grönland. Aber auch Südostasien, mit Ländern wie Vietnam, Laos, Kamboscha und Thailand, steht bei Frauen hoch im Kurs. Ich habe mich außerdem in  Neuseeland, Australien und auf Bali sehr wohl gefühlt.

Die Weite genießen: Me Time am Lake Pukaki in Neuseeland.

Dadurch, dass die Nachfrage zugenommen hat, gibt es auch immer mehr tolle Angebot, so zum Beispiel das spendenfinanzierte, weltweite Netzwerk 5 W, bei dem Frauen anderen Frauen eine Unterkunft gewähren. Wer eine schöne Mischung aus allein reisen und unter Menschen sein sucht, kann sich z.B. ein Yoga-Retreat buchen, ich war im September allein im Vale de Moses Yoga-Retreat und es war einfach wunderbar erholsam. Mittlerweile gibt es immer mehr Reiseveranstalter, die auf den Trend mit Angeboten extra für Frauen reagieren.

 

Top 5 Reisetrends für 2020: Abseits der Massen reisen
Viele Menschen möchten heutzutage möglichst authentische und außergewöhnliche Erfahrungen im Urlaub sammeln. Das funktioniert natürlich in den Ländern und Regionen am besten, die touristisch nicht überlaufen sind.  Ich war zum Beispiel, wie bereits erwähnt, in Nordthailand unterwegs. Dort gibt es zwar keine paradiesischen Traumstrände, dafür aber ganz viel Regenwald, ursprüngliche Bergdörfer und die darin lebenden Bewohner.  Sie zählen zu ethnische Minderheiten wie Karen, Mong oder Lahu und leben noch sehr traditionell.

Auch in Neuseeland habe ich die berühmten Drehorte der Herr-der-Ringe-Trilogie bewusst außen vor gelassen und stattdessen auf einer Farm den echten Kiwi-Lifestyle erlebt. Hier dürfen Gäste sogar auf der Farm mit anpacken, wenn sie möchten. Schafe zählen, Schafe scheren, Zäune reparieren, Heu ernten …

Auf Schnupperkurs: Begrüßung durch einen wolligen Bewohner von Karetu Downs Farmstay Bed & Breakfast.

Wenn ihr Lust habt, Einheimische auf Augenhöhe kennenzulernen, möchte ich euch das Projekt ConnAct Global vorstellen, bei diesem könnt ihr vor Ort soziale, kulturelle, ökologische- oder Tierschutz-Projekte unterstützen. So lernt man Land und Leute authentisch kennen. Dank ConnAct Global erhalten so auch Menschen, die keine Zeit für einen langen Aufenthalt haben, die Möglichkeit, in eine fremde Kultur einzutauchen. Das Ganze ist kostenlos und eine richtig coole Idee, wie ich finde.

Das sind sie also – die Top 5 Reisetrends für 2020. Ich hoffe, es ist was Spannendes für euch dabei. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Ein kleines Naturparadies ganz nah: Die Klimainsel Juist.

Fotos: Lukas Holzmeier.

*Bei diesen Links handelt es sich um Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn ihr eine Tour bucht. Für euch erhöht sich der Preis dadurch natürlich nicht.